Krähe, Mond und Sterne - Johannes Heisig
Provenienz · Provenance:
Aus dem Atelier der Künstlers · From the artist’s studio

Einführung:
Der Bilderzyklus Crow, an dem Johannes Heisig seit 2009 arbeitete, umfasst insgesamt mehr als 30 Zeichnungen und Lithographien. Inspiration dafür fand er in der gleichnamigen Serie von Gedichten des englischen Dichters Ted Hughes (1930-1998), die dieser erstmals 1970 publizierte.
Leitmotiv aller Arbeiten ist die Krähe, in der die Künstler die menschlichen Abgründe, Grausamkeiten und Leiden des modernen Daseins verkörpert sehen. Während Hughes mit literarischen Mitteln die Schrecken der menschlichen Existenz aufzeigt, bedient sich Heisig bildnerischer Mittel zwischen Zeichnung und Malerei: Papier, Kohle, zeitweise sogar Grillkohle, Farbe und die Rasierklinge nutzt er, um gewollt ungeschliffene, raue Bilder zu schaffen. So entstandenen in Jahr 2011 17 großformatigen schwarz-weiß-Arbeiten und 10 Lithografien sowie in den Folgejahren weitere Werke. All diese geben dem Dunklen, Triebhaften und den Problemen, die aus der modernen Lebensweise erwachsen, Ausdruck. Halb Vogel, halb Mensch, teuflisch und göttlich anmutend zugleich, repräsentiert die Krähe den neuzeitlichen Menschen, unfähig Beziehungen zu führen, unwillig Verantwortung zu übernehmen und stets auf der Suche nach der Verbesserung seiner Lebensumstände. Heisigs Bilder evozieren beim Betrachter Faszination und Schaudern zugleich und bilden damit das bildnerische Gegenstück zum lyrischen Vorbild.

Johannes Heisig began working on the Crow series in 2009 and it comprises more than 30 drawings and lithographs. He found inspiration for the series in Ted Hughes’s (1930–1998) poem cycle of the same name, first published in 1970.

The crow is the recurring motif in all the works, and the artist sees it as an embodiment of the abysses, cruelties and sufferings of the human condition in the modern world. While Hughes reveals the horrors of human existence through literature, Heisig uses a combination of drawing and painting techniques, employing paper, charcoal (sometimes barbecue charcoal), paint and razor blades to create deliberately unpolished, rough images. This resulted in 17 large-format black-and-white works and 10 lithographs in 2011, as well as further pieces in subsequent years. All of them give expression to the dark, instinctual aspects and problems that arise from modern life. Representing modern man, the crow is half bird, half human, and simultaneously both devilish and divine. He is incapable of relationships, unwilling to take responsibility, and always searching for ways to improve his circumstances. Heisig’s images evoke both fascination and horror in the viewer, thus forming the pictorial counterpart to the lyrical model.

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