Ernst und ein wenig skeptisch schaut Johannes Heisig gemeinsam mit seiner Frau Barbara auf dem für die Ausstellung titelgebenden Gemälde Herbstfeuer drein. Die beiden wohnen dem jährlich in ihrem Dorf stattfindenden Brauch zu Beginn des Herbstes bei und läuten mit diesem Werk nicht nur terminlich das Ende unseres spektakulären Jubiläumsjahres ein, auch thematisch greift das Bild einen für die Ausstellung wichtigen Aspekt auf: Die Vergänglichkeit der Dinge zu untersuchen, und auch die eigene Sterblichkeit zu hinterfragen, sind für Johannes Heisig wichtige Themen seines künstlerischen Ausdrucks. Stillleben wie Memento Mori oder Fischgericht zeugen von einer tiefgreifenden und sensiblen Auseinandersetzung mit existenziellen Fragestellungen. Große Leinwände verlagern die Perspektive, ungewohnte Bildausschnitte verändern das Sehen. Vielleicht sollen sie uns helfen, dem Kleinen, Unbeachteten, scheinbar Nutzlosen, vermeintlich Unschönen mehr Raum und Aufmerksamkeit zu schenken. Dass diese Hilfestellung sinnvoll und bereichernd ist, beweist Heisigs nunmehr vierte Einzelausstellung in DIE GALERIE. Neben seinen nachdenklichen Stillleben sind es diesmal zahlreiche Landschaftsansichten Südfrankreichs und Brandenburgs, feinsinnige Selbstporträts aber auch Momentaufnahmen des Zeitgeschehens, die den genialen Geist und das geschickte Handwerk eines großen Talents unserer Zeit offenbaren
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