Surrealism and Beyond

Der Surrealismus fasziniert – nach wie vor und dauerhaft. Seine vielfältigen Facetten variieren je nach Zeit, Ort, Umständen und den individuellen Persönlichkeiten seiner Protagonisten. Was die Anerkennung betrifft, besteht eine deutliche Kluft zwischen den europäischen (männlichen) und den amerikanischen (weiblichen) Positionen. In ihrer Ausstellung „Surrealismus und darüber hinaus“ möchte DIE GALERIE Brücken schlagen und die Verbindungen zwischen einem der prominentesten Vertreter des Surrealismus, Max Ernst, und den Künstlern seiner Zeit aufzeigen. Schnell muss man den Gedanken aufgeben, dass der charismatische und anspruchsvolle Künstler Max Ernst nur Kollegen und Familienmitglieder beeinflusste; vielmehr wurde er auch von ihnen inspiriert. Die GALERIE legt in ihrem Programm seit vielen Jahren einen Schwerpunkt auf die Kunst des Surrealismus, und neben André Masson spielt Max Ernst immer wieder eine zentrale Rolle im Ausstellungskalender. Für die Ausstellung „Surrealismus und darüber hinaus“ soll Max Ernst weniger als einzigartiges Kunstgenie, sondern vielmehr im Kontext seiner engsten Zeitgenossen präsentiert werden. Die Künstlerinnen unter Max Ernsts Ehefrauen, Geliebten und Musen waren stets starke Persönlichkeiten, die sich schon lange vor ihrer Bekanntschaft mit Max künstlerisch engagierten. Sie entwickelten ihre eigene Bildsprache und machten Karriere. Bei Künstlerinnen wie Leonora Carrington, Leonor Fini und Dorothea Tanning tritt ein feministischer Aspekt des Surrealismus deutlich hervor (der in der Kunstgeschichte lange Zeit weitgehend vernachlässigt wurde) und ist insbesondere in Deutschland wenig bekannt. Erst in den letzten Jahren wuchs die öffentliche Anerkennung, unter anderem durch Einzelausstellungen im Reina Sofía und der Tate Modern (Dorothea Tanning), der Tate Liverpool und dem Irish Museum of Modern Art (Leonora Carrington) sowie dem Museum of Sex in New York (Leonor Fini). Im Familienkreis von Max Ernst präsentiert die Ausstellung neben Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen des Meisters selbst einige sehr seltene Collagen von Max’ erster Ehefrau, der Kunsthistorikerin und Journalistin Luise Straus-Ernst (1893–1944), sowie Gemälde und Arbeiten auf Papier von ihrem Sohn Jimmy Ernst (1920–1984). Die Ausstellung in der GALERIE möchte nicht die Einflüsse und gegenseitigen Abhängigkeiten Max Ernsts darstellen, sondern eine ganz besondere Sichtweise auf den Surrealismus mit seinen Tendenzen zu figurativer Erzählung und Abstraktion vermitteln. Jedem Künstler wird Raum gegeben, seine individuelle Philosophie und Biografie anhand ausgewählter Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken zu erläutern.

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