Unsere Gruppenausstellung lädt zu einem Streifzug durch ostdeutsche Kunstlandschaften ein – von Brandenburg über Berlin und Leipzig bis nach Dresden. Wir begleiten die Künstler auf diesen Streifzügen – in die urbanen Zentren des Kunstschaffens genauso wie in Randgebiete. Dabei verschmelzen allegorische mit tatsächlichen Landschaften und gewähren einen Blick zurück und nach vorn, nach innen und nach außen.
Die Schau vereint in einem breiten Spektrum von Malerei, Fotografie und Skulptur unterschiedliche künstlerische Blickweisen. Die Geografie dient ein wenig der Navigation: Wir spannen den Bogen räumlich, aber auch zeitlich, um unsere Stamm-Künstler Volker Stelzmann, Johannes Heisig, Klaus Zylla und Beate Debus herum.
So begegnen wir dem Zeichner Gerhard Altenbourg (1926-1989), einem durch und durch poetischen Künstler, literarisch bewandert, ein genialer Zeichner von Landschaften, Kopfbildern wie auch grotesken Zeichnungen und phantastischen Figurationen. Mit der renommierten Fotografin Evelyn Richter (1930-2021) erwandern wir die Seelenlandschaften der Menschen in der ehemaligen DDR während der junge Berliner Fotograf Lars Wiedemann (*1973) die regionalen Transformationsprozesse unserer Zeit sichtbar macht. In der Malerei präsentiert sich eine vielfältige Spannung: in altmeisterlicher Technik und manieristischen Verrenkungen bei Volker Stelzmann (*1940); rätselhaft, unergründlich, grotesk bei Clemens Gröszer (1951-2014); allegorisch, mit einem feinen Gespür für Psychologie bei Doris Ziegler (*1949). Hubertus Giebe (*1953) entfaltet in seiner expressiven Bildsprache prägnante Gleichnisse über die Welt und die Weltgeschichte, ähnlich wie Johannes Heisig (*1953) und dieser doch ganz anders. Klaus Zylla (*1953) hingegen scheint völlig befreit von den Konventionen der „deutschen“ Malerei, während die malerischen Streifzüge von Ellen Fuhr (1958-2017) durch Berlin wie die gemalten Seiten ihres Tagebuchs wirken. Der Dresdner Maler Frank Hoffmann (*1972) dekonstruiert die Kunstgeschichte ins Unscharfe, bis in abstrakte Nebel. Beate Debus (*1957) schließlich spricht als Bildhauerin ihre eigene Sprache; ihr Werk kennt keine anderen Realitäten als die eigene, gewonnen in einem körperlichen Prozess, der die Schwere von Holz oder Bronze in Bewegung und Tanz versetzt.
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