Roberto Matta

Biografie

Roberto Matta war ein renommierter chilenischer surrealistischer Maler und Architekt, der für seine lebendigen, fantasievollen Werke bekannt war, in denen er das Unbewusste und die Beziehung zwischen Raum, Zeit und menschlicher Existenz erforschte. Ursprünglich als Architekt ausgebildet, verband Matta in seinem einzigartigen Malstil Elemente des abstrakten Expressionismus mit Surrealismus und schuf traumhafte Landschaften voller kräftiger Farben und fließender, organischer Formen. Seine Werke zeigen oft komplexe, jenseitige Umgebungen, die sowohl von der Psychologie als auch vom Chaos der modernen Welt inspiriert sind. Matta war eine Schlüsselfigur der internationalen Kunstszene und ein Pionier des lateinamerikanischen Modernismus, der sowohl die zeitgenössische Kunst als auch die surrealistische Bewegung nachhaltig beeinflusst hat.

CV

1911: Roberto Matta (Roberto Antonio Sebastián Matta Echaurren) wird am 11. November in Santiago de Chile geboren.

1932: Er schließt sein Architekturstudium an der Universidad Católica in Santiago de Chile mit einem Diplom über das utopische Architekturprojekt „Liga der Religionen” ab.

1933: Matta geht nach Paris und arbeitet bis 1936 im Architekturbüro von Le Corbusier.

1935-1939: Beginnt zu zeichnen und lernt auf zahlreichen Reisen andere Künstler wie Salvador Dalí, René Magritte, László Moholy-Nagy, Henry Moore, Roland Penrose, zahlreiche Architekten, darunter Alvar Aalto, Walter Gropius, und Schriftsteller wie Rafael Alberti, André Breton, Federico Garcia Lorca und Pablo Neruda kennen.

1937: Der Künstler wird von André Breton offiziell zum Surrealisten ernannt. Ab 1938: Matta beginnt zu malen und nimmt an der großen Ausstellung Exposition Internationale du Surréalisme in Paris teil.

1939: Reist nach New York und steht in engem Austausch mit der Kunstszene um Arshile Gorky, William Baziotes, Robert Motherwell, Frederick Kiesler, Jackson Pollock und anderen.

1940: Bereits sechs Monate nach seiner Ankunft in Amerika hat Matta seine erste Einzelausstellung in der Galerie Julien Levy.

1942: Er nimmt an der Ausstellung Artists in Exile teil, unter anderem mit André Breton, Marc Chagall, Max Ernst, Fernand Léger, André Masson, Piet Mondrian und Yves Tanguy. Nach seiner Einzelausstellung The Earth is a Man folgen weitere Ausstellungen.

1945: Matta steht in engem Kontakt mit Marcel Duchamp.

1946: Zahlreiche Reisen nach Europa beeinflussen sein Werk, in dem er sich mit dem Terror des Faschismus auseinandersetzt.

1948: Vorübergehender Ausschluss aus der Gruppe der Surrealisten. Matta hält sich in Chile auf, wo er den Text „Reorganización de la Afectividad” verfasst, der sich mit der Rolle des Künstlers als „Revolutionär” der Gesellschaft befasst.

Ab 1950: Arbeitet unter anderem in einer Ateliergemeinschaft mit Fabius von Gogel.

Ab 1957: Nach einer ersten großen Retrospektive im Museum of Modern Art in New York und einer Retrospektive im Moderna Museet in Stockholm hat Matta eine Reihe weiterer Einzelausstellungen, 1963 in Düsseldorf, 1964 in Brüssel und Ausstellungen 1959 auf der Documenta II in Kassel und 1964 auf der Documenta III.

1963: Der Künstler erhält den Marzotto-Preis.

1968: Er engagiert sich zunehmend politisch, was sich in seinen Ausstellungsthemen widerspiegelt.

1970: Retrospektive in der Nationalgalerie in Berlin.

1974: Auf der Biennale in Venedig, die unter dem Motto „Für eine demokratische und antifaschistische Kultur” steht, zeigt Matta Werke, die er für die Brigada Ramona Parra geschaffen hat.

1974: Roberto Matta hat eine umfangreiche Ausstellung in der Kestnergesellschaft in Hannover.

1977: Das weltweite Interesse an Matta wird immer deutlicher: Er nimmt an der documenta 6 teil, erhält die Ehrendoktorwürde des Royal College of Arts in London und 1985 wird sein facettenreiches Œuvre im Musée National d’Art Moderne Centre Georges Pompidou in Paris ausgestellt.

Ab 1990 erhält Matta mehrere Auszeichnungen, darunter 1992 den Premio Príncipe de Asturias und 1995 den japanischen Praemium Imperiale.

2002: Roberto Matta stirbt am 23. November in Civitaveccia.

Werke

Malerei

Dokumente

News

Publikationen

Newsletter-Anmeldung

Enquiry