André Masson

Biografie

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André Masson gehört zweifellos zu den führenden Persönlichkeiten der Kunst des 20. Jahrhunderts. Durch sein Werk und seine Philosophie hat er nicht nur die Kunstgeschichte maßgeblich beeinflusst, sondern war auch ein wichtiger Mentor für die Generation junger Künstler, indem er neue Erfindungen in der Kunst zunächst zu einer neuen Denkweise, aber auch zu einer neuen Art des Malens machte. Er hat sich selbst nie als informellen oder abstrakten Maler bezeichnet – dennoch hat sich aus seinen Überlegungen zur Kalligraphie und den ästhetischen Regeln des Zen-Buddhismus der Tachismus entwickelt. Alle zeitgenössischen Tendenzen in Philosophie, Psychologie und Literatur fanden Eingang in Massons Œuvre. Aber Masson ging stets seinen eigenen Weg; er ließ sich nie in eine Schublade stecken und wechselte daher häufig seinen künstlerischen Stil und seine Technik. Dies mag ein Grund dafür sein, dass er Laien lange Zeit unbekannt blieb. Er verwendete ganz unterschiedliche Stile und Techniken autonom und kompetent. Das Fehlen eines konstanten Erkennungsmerkmals mag seinen Ruf eine Zeit lang beeinträchtigt haben, aber gerade diese Tatsache zeigt den Künstler als das, was er wirklich ist: ein echter Zeichner, ein äußerst erfinderischer Maler, ein bemerkenswerter Bildhauer – eine universelle Persönlichkeit der Künste.

CV

1896: Geboren am 4. Januar in Balagny-sur-Thérain in Nordfrankreich.

1907: Im Alter von 11 Jahren wird er an der Académie Royale des Beaux-Arts et l ´Ecole des Arts Décoratifs, der belgischen Nationalkunstschule in Brüssel, aufgenommen. Sein Hauptlehrer ist der Symbolist Constant Montald. Das Werk von James Ensor führt ihn in die moderne Malerei ein.

1912-1913: Zieht nach Paris und studiert bei Raphael Collin und Paul Baudoin an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts.

1914: Studiert Freskenmalerei in der Toskana, unternimmt eine längere Reise in die Schweiz. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, kehrt er nach Paris zurück und meldet sich freiwillig zum Kriegsdienst.

1917: Eine schwere Brustverletzung zwingt ihn zu wiederholten Krankenhausaufenthalten. Er wird wegen antimilitaristischer Aktivitäten inhaftiert.

1918/19: Schließt sich Maurice Loutreuil in Martigues an und beginnt, Landschaften zu malen.

1921: Zieht in ein Atelier in der Rue Blomet, in der Nähe des Ateliers von Joan Miró. Der Kunsthändler Daniel-Henry Kahnweiler nimmt seine Werke unter Vertrag.

1922: Begegnet Jean Dubuffet, Georges Limbour und André Malraux. Intensive Beschäftigung mit erotischen Zeichnungen und Gouachen.

1923: Experimente mit automatischem Zeichnen, oder écriture-automatique. Hat Kontakt zu Antonin Artaud, Gertrude Stein und Louis Aragon.

1924: Erste Einzelausstellung in der Galerie Simon in Paris. André Breton lädt ihn ein, Mitglied der Surrealisten zu werden. Begegnung mit Ernest Hemingway.

1925: Begegnung mit Yves Tanguy, Jacques Prévert, Jacques Doucet und Pablo Picasso.

1926: Schafft seine ersten Gemälde mit Leim und Sand. Das Bildthema seiner Arbeit dreht sich zunehmend um Gewalt und Tod.

1927: Begegnung mit Alberto Giacometti, der ihn zu ersten Versuchen in der Bildhauerei motiviert.

1930: Durch den Japaner Kuni Matsuo lernt er den Zen-Buddhismus und die asiatische Kunst kennen, die zu wichtigen Inspirationsquellen für sein Schaffen werden.

1932: Begegnung mit Henri Matisse in Südfrankreich.

1933: Entwirft die Bühnenbilder und Kostüme für Léonide Massines Ballett Les Présages. Die erste Ausgabe der Zeitschrift Minotaure, an der Masson maßgeblich beteiligt ist, erscheint.

1936/37: Er entwirft das Cover der ersten Ausgabe der Zeitschrift Acéphale. Als der Spanische Bürgerkrieg ausbricht, kehrt er nach Frankreich zurück. Er nimmt wieder Kontakt zu den Surrealisten auf.

1939: Er schafft imaginäre Porträts und Stadtszenen sowie Sandbilder und Objekte aus Fundstücken. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beginnt er, die metaphysische Bedeutung seiner Arbeit zu betonen.

1941: Flieht in die Vereinigten Staaten, nach New Preston, Colorado. Befreundet sich unter anderem mit Alexander Calder, Arshile Gorky und Yves Tanguy. Seine Arbeit beeinflusst die jungen Maler des Abstrakten Expressionismus, insbesondere Jackson Pollock.

1943: Trennt sich von André Breton.

1945-47: Trifft Jean-Paul Sartre. Kehrt nach Paris zurück.

1954: Erhält den Grand Prix National des Arts, den nationalen Kunstpreis Frankreichs.

1964: Verringert die Abstraktion in seinen Werken.

1976: Aufgrund körperlicher Gebrechen ist Masson auf einen Rollstuhl angewiesen; Ende der 1970er Jahre hört er auf zu malen.

1987: Stirbt in der Nacht des 27. Oktober in Paris.

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