Der dänische Maler Asger Jorn gehörte, zusammen mit den Niederländern Karel Appel, Corneille und Constant, zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe CoBrA. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war er auch als Kunsttheoretiker aktiv und verfasste Beiträge für die Zeitschrift „Helhesten“ sowie für zahlreiche Ausgaben der CoBrA-Zeitschrift.
Jorns Malerei ist geprägt von einem expressiven, dynamischen Pinselduktus. Wie bei vielen CoBrA-Künstlern bewegt sich sein Werk im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration. Während in den 1940er-Jahren noch einzelne Formelemente erkennbar sind, wird seine Malweise ab den frühen 1950er-Jahren zunehmend gestischer und fließender.
1914: Geboren als Asger Oluf Jørgensen am 3. März 1914 in Vejrum, Jütland (Dänemark).
1936: Zieht nach Paris und besucht die Académie Contemporaine von Fernand Léger.
1937: Im Auftrag von Le Corbusier entwirft er großformatige Dekorationen für den Pavillon des Temps Nouveaux auf der Weltausstellung in Paris.
1948: Gründet zusammen mit Karel Appel, Corneille, Christian Dotremont und Joseph Noiret die Künstlergruppe CoBrA.
1949: Nimmt an der ersten CoBrA-Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam teil. Lebt in der Schweiz.
Ab 1954: Asger Jorn gelingt der internationale Durchbruch als Künstler.
1954–58: Mitbegründer des Mouvement International pour un Bauhaus Imaginiste („Internationale Bewegung für ein imaginistisches Bauhaus“).
Ab 1955: Lebt in Paris und Albisola.
1957–61: Wichtiges Mitglied der Künstlergruppe Situationistische Internationale (S.I.).
1961: Verlässt die S.I., um das Institut für vergleichenden Vandalismus zu gründen.
Ab 1960 übermalt Jorn Ölgemälde und Drucke aus Kaufhäusern sowie Salonbilder des 19. Jahrhunderts. Er bezeichnet seine neuen Arbeiten als „défigurations” oder „modifications”.
1964: Schafft Décollages und Risspapierarbeiten aus wiederverklebtem Papier. Wird mit dem Guggenheim-Preis ausgezeichnet und lehnt diesen ab.
Ab 1970: Sein Schwerpunkt verlagert sich von der Malerei zur Bildhauerei.
1973: Stirbt am 1. Mai in Aarhus, Jütland (Dänemark).
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