Roberto Matta

Biografie

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Roberto Matta (1911–2002) war einer der einflussreichsten chilenischen Künstler des 20. Jahrhunderts und eine Schlüsselfigur des Surrealismus. Geboren in Santiago de Chile, studierte er zunächst Architektur, bevor er 1933 nach Paris ging, wo er als Assistent von Le Corbusier arbeitete. Dort lernte er André Breton kennen, der ihn in den Kreis der Surrealisten einführte. Matta entwickelte eine einzigartige, traumhafte Bildsprache, die durch fließende, organische Formen und kosmische Landschaften geprägt war – seine „Inscapes“ (innere Landschaften) visualisierten das Unterbewusste und die Dynamik des menschlichen Geistes.

Nach der Flucht vor dem Zweiten Weltkrieg in die USA wurde Matta zu einer zentralen Figur der New Yorker Avantgarde und beeinflusste Künstler wie Arshile Gorky und Jackson Pollock. Sein Werk umfasst Malerei, Zeichnung, Skulptur und Architekturprojekte, stets durchdrungen von politischer und sozialer Kritik. Nach dem Militärputsch 1973 in Chile engagierte er sich intensiv für Menschenrechte und Demokratie. Matta starb 2002 in Civitavecchia, Italien.

1911: Roberto Matta (Roberto Antonio Sebastián Matta Echaurren) wird am 11. November in Santiago de Chile geboren.

1932: Er schließt sein Architekturstudium an der Universidad Católica in Santiago de Chile mit einem Diplom über das utopische Architekturprojekt „Liga der Religionen” ab.

1933: Matta geht nach Paris und arbeitet bis 1936 im Architekturbüro von Le Corbusier.

1935-1939: Beginnt zu zeichnen und lernt auf zahlreichen Reisen andere Künstler wie Salvador Dalí, René Magritte, László Moholy-Nagy, Henry Moore, Roland Penrose, zahlreiche Architekten, darunter Alvar Aalto, Walter Gropius, und Schriftsteller wie Rafael Alberti, André Breton, Federico Garcia Lorca und Pablo Neruda kennen.

1937: Der Künstler wird von André Breton offiziell zum Surrealisten ernannt. Ab 1938: Matta beginnt zu malen und nimmt an der großen Ausstellung Exposition Internationale du Surréalisme in Paris teil.

1939: Reist nach New York und steht in engem Austausch mit der Kunstszene um Arshile Gorky, William Baziotes, Robert Motherwell, Frederick Kiesler, Jackson Pollock und anderen.

1940: Bereits sechs Monate nach seiner Ankunft in Amerika hat Matta seine erste Einzelausstellung in der Galerie Julien Levy.

1942: Er nimmt an der Ausstellung Artists in Exile teil, unter anderem mit André Breton, Marc Chagall, Max Ernst, Fernand Léger, André Masson, Piet Mondrian und Yves Tanguy. Nach seiner Einzelausstellung The Earth is a Man folgen weitere Ausstellungen.

1945: Matta steht in engem Kontakt mit Marcel Duchamp.

1946: Zahlreiche Reisen nach Europa beeinflussen sein Werk, in dem er sich mit dem Terror des Faschismus auseinandersetzt.

1948: Vorübergehender Ausschluss aus der Gruppe der Surrealisten. Matta hält sich in Chile auf, wo er den Text „Reorganización de la Afectividad” verfasst, der sich mit der Rolle des Künstlers als „Revolutionär” der Gesellschaft befasst.

Ab 1950: Arbeitet unter anderem in einer Ateliergemeinschaft mit Fabius von Gogel.

Ab 1957: Nach einer ersten großen Retrospektive im Museum of Modern Art in New York und einer Retrospektive im Moderna Museet in Stockholm hat Matta eine Reihe weiterer Einzelausstellungen, 1963 in Düsseldorf, 1964 in Brüssel und Ausstellungen 1959 auf der Documenta II in Kassel und 1964 auf der Documenta III.

1963: Der Künstler erhält den Marzotto-Preis.

1968: Er engagiert sich zunehmend politisch, was sich in seinen Ausstellungsthemen widerspiegelt.

1970: Retrospektive in der Nationalgalerie in Berlin.

1974: Auf der Biennale in Venedig, die unter dem Motto „Für eine demokratische und antifaschistische Kultur” steht, zeigt Matta Werke, die er für die Brigada Ramona Parra geschaffen hat.

1974: Roberto Matta hat eine umfangreiche Ausstellung in der Kestnergesellschaft in Hannover.

1977: Das weltweite Interesse an Matta wird immer deutlicher: Er nimmt an der documenta 6 teil, erhält die Ehrendoktorwürde des Royal College of Arts in London und 1985 wird sein facettenreiches Œuvre im Musée National d’Art Moderne Centre Georges Pompidou in Paris ausgestellt.

Ab 1990 erhält Matta mehrere Auszeichnungen, darunter 1992 den Premio Príncipe de Asturias und 1995 den japanischen Praemium Imperiale.

2002: Roberto Matta stirbt am 23. November in Civitaveccia.

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