Ausstellung / Exhibition:
Torsten Holtz – Half of Life Is Spent Waiting, DIE GALERIE, Frankfurt/Main,
31. März – 4. Juni 2011 / March 31- June 4, 2011
Bibliographie / Literature:
Torsten Holtz, DIE GALERIE, Frankfurt/Main, 2011, repr. S. / p. 7
Einführung:
Nur auf den ersten Blick wirken die figürlichen Darstellungen in Torsten Holtz Gemälden schnell (be-)greifbar. Seine Figuren erscheinen regungslos, entrückt, aber durch narrative Bezüge zugleich vertraut. Sie schauen, sie warten, sie stehen herum oder liegen da, schweigend, in stiller Isolation.
An der Stilisierung der Figuren und der Reduzierung der Details, an der geglätteten Oberfläche, aber vor allem an der eingefrorenen Mimik der Gestalten und ihrem nach innen gerichteten Blick scheitert der Versuch des Betrachters dennoch, die Beziehung der Menschen in eine Geschichte zu fassen oder zu deuten. Der Betrachter fühlt sich zunehmend zurückgelassen, denn so sehr Holtz‘ Gestalten anfänglich noch schnell fassbar wirken, irritieren sie schließlich in ihrer eigentümlichen, Distanz wahrenden Emotionslosigkeit. Sie suggerieren etwas von der Welt Abgewandtes, und doch fordern sie in ihrer vermeintlichen Einsamkeit kein Mitleid ein, eher geben sie Rätsel auf.
At first glance, the figurative representations in Torsten Holtz’s paintings seem quickly graspable. His figures appear motionless, detached, yet familiar through narrative references. They look, they wait, they stand around or lie there, silently, in quiet isolation. Despite the stylization of the figures and the reduction of details, the smoothed surface, but especially the frozen expressions of the figures and their inward gaze, the viewer’s attempt to encapsulate or interpret the relationships between the people in a story ultimately fails. The viewer increasingly feels left behind, for as much as Holtz’s figures initially seem quickly understandable, they ultimately disturb with their peculiar, distance-preserving emotionlessness. They suggest something turned away from the world, and yet, in their apparent solitude, they do not evoke pity; rather, they pose riddles.