Seit bereits 40 Jahren hat sich Raymond E. Waydelich (*1938)unter anderem mitBildübermalungen, Zeichnungen und Objektkästen als namhafter Künstler etabliert. 1978 bespielte er gemeinsam mit anderen Künstlern den französischen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Sein Werk L’Homme de Frédehof, 2720 nach Christus wird seitdem in den Uffizien in Florenz ausgestellt.
Einige Themenstränge durchziehen sein Œuvre über Jahre: Lydia Jacob Story, Memory Paintings, Hommagen an Künstler wie Albrecht Dürer und Persönlichkeiten aus der Industrie, wie Werner von Siemens, sowie das allumfassende Thema Reisen. Er erschafft eine Archäologie der Zukunft, indem er Spuren für unsere Nachkommen legt.
Waydelich ist ein Zeitreisender, der Gegenstände aus der Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft konserviert. Gebrauchsgegenstände, Relikte aus dem Alltag, werden verpackt und für zukünftige Generationen aufbewahrt und zugänglich gemacht. 1995 ließ Waydelich eine Gruft, das Caveau pour le futur, vor dem Straßburger Dom ausheben, in der Gebrauchsgegenstände in Kapseln bis zum Jahr 3790 n. Chr. vergraben wurden. Heute erinnert eine Bronzetafel auf dem Place du Château an Waydelichs Projekt für die Zukunft.
Lydia Jacob Story
Raymond E. Waydelich signiert gemeinsam mit seiner Muse und Alter-Ego, der Modeschöpferin Lydia Jacob, seine Werke. Nachdem er ihr Tagebuch auf dem Straßburger Flohmarkt findet, erweckt er ihre Geschichte zum Leben. Dazu kreiert er Objektkästen mit Assemblagen aus Fundstücken wie Fotografien, Federn, Zeitungsausschnitten oder einem Puppenkopf und erstellt daraus einen fiktiven Stammbaum.
Memory Painting
Werke alter Meister werden in den Memory Paintings mit dem Computer vergrößert und auf Leinwand gebracht. Er übermalt und verfremdet sie mit seinen Fabelwesen und humorvollen Sprüchen. Waydelich transformiert die Meisterwerke der Kunstgeschichte in aktuelle Klassiker des 21. Jahrhunderts.
Reisen
Inspiration zieht Waydelich auch aus seinen Reisen um die Welt, zu den Haïda-Indianern nach Kanada, zu archäologischen Schauplätzen in Griechenland oder Marokko. Vom afrikanischen Kunsthandwerk angeregt, entwirft er eine Serie von Masken aus Thonet-Stühlen, dem Klassiker der europäischen Kaffeehauskultur. Stuhlfragmente werden mit Klaviertasten, Pinseln oder einem Bockgehörn kombiniert und zu neuem Leben erweckt.
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