Als Sohn der bekannten Künstlerfamilie Heisig war der Weg einer systemkonformen Künstlerkarriere naheliegend, doch der innere und äußere Bruch war letztlich unvermeidlich. Seit seinem Rückzug aus allen öffentlichen Ämtern im Jahr 1991 arbeitet Johannes Heisig als freischaffender Künstler, dessen Werke inhaltliche Komplexität und meisterhafte Technik mit einer offenen Experimentierfreude verbinden. Heisig vermittelt seine mit präzisem Blick gesammelten Beobachtungen mittels einer expressiv-impressionistischen Bildsprache: Er schichtet Farben, um apokalyptische Darstellungen des chaotischen Stadtlebens, eindrucksvolle Reflexionen über die deutsch-deutsche Geschichte sowie Porträts, Landschaften und Stillleben zu schaffen. Auf diese Weise entfremdet er das realistische Bild aus dem Vertrauten und verwandelt es – oft nach monatelanger Übermalung – in etwas Unbekanntes und Einzigartiges für den Betrachter.
1953: Johannes Heisig wird in Leipzig geboren.
1973–1977: Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Diplom; Mitarbeit in der Werkstatt des Vaters Bernhard Heisig.
1978–1980: Meisterschüler bei Gerhard Kettner an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
1979–1980: Stipendium an der F+F Schule für experimentelle Gestaltung Zürich.
1980–1991: Rückkehr nach Dresden; Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
1988: Professur und Lehrstuhl für Malerei und Grafik.
1989–1991: Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
1990: Gründungsmitglied des Neuen Sächsischen Kunstvereins e.V.
1991: Niederlegung des Lehramts; seitdem als freischaffender Künstler in Dresden und Berlin tätig.
1991: Gastseminare an deutschen Hochschulen und in Trondheim, Norwegen.
1992: Gründungsmitglied des Fördervereins für die Europäische Werkstatt für Kunst und Kultur Hellerau e.V.
1998: Schaffung des Bilderzyklus ‚A Love Parade‘.
1999: Beginn der Porträtserie ‚Willy Brandt‘.
2000: Übersiedlung nach Berlin; Filmporträt ‚Ende der großen Belehrung‘, arte/ZDF.
2003: Professur an der Universität Dortmund.
2003–2004: Porträtauftrag ‚Willy Brandt‘ für das German History Institute in Washington, USA.
2004: Ausstellungstournee Aus der Neuen Welt u.a. in Osnabrück, Göttingen, Lübeck; Gastkünstler der Stadt Eisenach in Thüringen.
2006: Porträt ‚Johannes Rau‘; Retrospektive in Meiningen/Kleinsassen; Berufung in das Kuratorium der Lippmann-und-Rau-Stiftung für Musikforschung und Kunst.
2007–2008: Bildfolge ‚Es war einmal‘ in Zusammenarbeit mit der Berliner Mauergedenkstätte Bernauer Straße; Ausstellung ‚Es war einmal‘ im Abgeordnetenhaus von Berlin.
2009–2011: Schaffung des Schlüsselwerks ‚BeBerlin oder die einende Kraft der Musik‘.
2011: Ausstellung ‚Übergänge‘ im Willy-Brandt-Haus Berlin.
2012–2013: Wanderausstellung zum 60. Geburtstag u.a. in Frankfurt am Main, Dresden, Eisenach, Oldenburg und Berlin.
2014–2015: Weitere Ausstellungen, darunter Gegenüber im Emsdettener Kunstverein und Angesicht im Marburger Kunstverein.
2015: Umzug aus seinem Atelier in Berlin nach Kyritz (Ortsteil Teetz) in Brandenburg.
2020: Gewinner des Brandenburgischen Kunstpreises
Johannes Heisig lebt und arbeitet in Teetz.
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