Keine andere geometrische Form hat in der Kunstgeschichte eine so große Rezeption erlebt wie der Kreis bzw. die Kugel. Die Faszination für diese liegt in ihrer Deutung begründet, ist der Kreis doch Sinnbild von Vollkommenheit und Unendlichkeit, steht für die Erde selbst und den Kosmos, der sie umgibt. Auch Riccardo Cordero (*1942) kann sich dieser Wirkung nicht entziehen. Seine Kompositionen sind Anordnungen verschiedener Kreissegmente und stehen in der langen Tradition italienischer Skulptur, deren wichtigstes Merkmal die Allansichtigkeit ist. Sie experimentieren mit dem Gleichgewicht der Kräfte, nehmen Raum ein und schaffen diesen gleichzeitig in ihrem Inneren. Corderos Skulpturen nehmen Bezug auf astronomische Himmelsphänomene wie Sterne, Meteoriten oder den Kosmos selbst. In schweren Materialien wie Stahl und Bronze und in teils monumentalen Formaten realisiert Cordero scheinbar schwerelose, dynamisch rotierende, sich vom Boden abhebende Gebilde. Riccardo Cordero war zwei Mal mit Einzelausstellungen bei der Biennale di Venezia präsent. Seine Werke sind in renommierten nationalen und internationalen Sammlungen vertreten. Eduard Angelis (*1942) Wahlheimat ist Venedig, doch mit den klassischen Venedig-Ansichten haben seine Bilder nichts gemein. Der gebürtige Österreicher und ebenfalls in Wien lebende Künstler präsentiert in seinen Gemälden ein anderes Venedig, ein verlassenes, einsames, fast schon vergessenes. Sein Sujet ist die unbelebte Stadt: Istanbul, Sankt Petersburg und die Serenissima zählen immer wieder zu seinen Bildmotiven, die er jedoch nie en plein air, sondern im Atelier nach zufälligen Foto-Schnappschüssen gemalt hat. Mit einem großen Gespür für Farbe und Licht, bringt Eduard Angeli Pastell, Kohle, Kreide, in seltenen Fällen auch Öl auf die oft grobporige Jute-Leinwand. Seine Werke wirken melancholisch, sind völlig menschenleer, dafür voller Stille. Sie symbolisieren die menschliche Sehnsucht nach Ruhe, Kontemplation und Einsamkeit und stehen dadurch im extremen Kontrast zur urbanen Wirklichkeit. 2017 wurde Eduard Angeli bereits zum zweiten Mal mit einer großen Retrospektive in der Albertina, Wien geehrt. Seine Werke befinden sich in wichtigen öffentlichen und privaten Sammlungen.
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