Friedensreich Hundertwasser

Biografie

No description

Der 1928 in Wien geborene Künstler Friedensreich Hundertwasser (geb. als Friedrich Stowasser) zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Nachkriegsmoderne.

Als wichtiges Mitglied der internationalen Avantgarde in den 1950er-Jahren in Paris entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache. Sein umfangreiches grafisches Werk trug wesentlich zu seiner Popularität bei. Innerhalb einer Auflage schuf er bewusst Farb- und Formvariationen, sodass jedes Blatt gewissermaßen ein Unikat ist.

Neben der Kunst engagierte sich Hundertwasser stark für ökologische Themen und eine naturgerechte Architektur. Seine Bauten mit begrünten Dächern, unebenen Böden und „Baummietern“ stehen für Vielfalt, organische Formen und ein Leben im Einklang mit der Natur. Auch mit Manifesten, Briefen, Reden und öffentlichen Aktionen setzte er sich kritisch mit Umweltzerstörung, Wachstumsdenken und gesellschaftlichem Konformismus auseinander.

1928: Friedensreich Hundertwasser wird am 15. Dezember als Fritz Stowasser in Wien geboren.

1943: Erste bewusste Buntstiftzeichnungen nach der Natur. 69 jüdische Familienangehörige mütterlicherseits werden deportiert und getötet.

1948–1949: Besuch der Wiener Akademie der Bildenden Künste für drei Monate. Hier beginnt er seine Werke mit dem Künstlernamen Hundertwasser (Sto = Hundert in russischer Sprache) zu signieren.

1949–1951: Ausgedehnte Studienreisen mit dem französichen Schriftsteller René Brô nach Paris, Tunesien, Marokko, Spanien und Sizilien.

1950: In Paris malt er mit René Brô zwei Wandbilder in Sainte Mandé. Die Ecole des Beaux Arts verlässt Hundertwasser am ersten Tag.

1952–1953: Erste Ausstellungen im Art Club Wien.

1954: Erste Ausstellung in Paris bei Paul Facchetti. Entwickelt die Theorie des Transautomatismus und beginnt, seine Bilder zu nummerieren.

1958: Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur anlässlich eines Kongresses im Kloster Seckau.

1959: Auszeichnung mit dem Sanbra-Preis der Biennale Sao Paolo. Gründung des „Pintorarium“, einer universellen Akademie aller kreativen Richtungen mit Ernst Fuchs und Arnulf Rainer.

1960: Reise nach Japan. Während dieser Zeit entsteht der Name Friedensreich. Er übersetzt seinen Vornamen in die japanischen Schriftzeichen für die Begriffe Friede und reich und nennt sich von nun an Friedensreich. Verleihung des Mainichi-Preises bei der 6. Internationalen Kunstausstellung in Tokio.

1961: Retrospektive bei der Biennale in Venedig.

1968: Nacktrede und Vorlesung des Architektur-Boykott-Manifests Los von Loos in Wien. Segelt mit dem alten Holzschiff San Giuseppe T von Sizilien nach Venedig.

1973: Erste Mappe mit japanischen Holzschnitten Nana Hiaku Mizu.

1974: Hundertwasser beginnt, Briefmarken zu gestalten. Tour der Albertina-Ausstellung seines gesamten graphischen Oeuvres durch Museen der USA: New York, Boston.

1975: Weltwanderausstellung in Tel Aviv, Warschau, Reykjavik, Kopenhagen und Dakar. Graphik-Ausstellung in Brooklyn, Maryland, USA. Erscheinen der zweiten japanischen Holzschnittmappe Midori No Namida.

1978: Friedensfahne für den Nahen Osten. Veröffentlicht sein Friedensmanifest. Weltwanderausstellung in Mexiko City, Montreal, Toronto, Brüssel und Budapest. Albertina Graphik Ausstellung in Kanada, Deutschland und Marokko.

1980: Hundertwasser Day in Washington D.C. am 18.November, Pflanzung vom Bäumen auf dem Judiciary Square und Übergabe des Anti-Atom-Posters Plant trees avert nuclear peril sowie des Umwelt Posters Arche Noah 2000 für Deutschland.

1981: Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises 1980 und Rede gegen die Kernkraft und über Die falsche Kunst. Auszeichnung mit dem Österreichischen Naturschutzpreis. Berufung zum Leiter der Meisterschule für Malerei an die Akademie der Bildenden Künste Wien.

1985: Fertigstellung des Hundertwasser-Hauses.

1990: Arbeit an den Architektur-Projekten: KunstHausWien, Raststätte Bad Fischau, AGIP Tankstelle Wien, Fernwärmewerk Spittelau, Einkaufszentrum Village, Wien, Textilfabrik Muntlix, Rogner-Bad Blumau sowie an der Umgestaltung des Martin-Luther-Gymnasiums in Wittenberg.

1992: Teilnahme an der documenta 9 in Kassel.

1994: Einsatz gegen einen Beitritt Österreichs zur Europäischen Union.

1995: Erscheinen der streng limitierten Hundertwasser–Bibel.

1998: Museums-Retrospektive im Institut Mathildenhöhe, Darmstadt.

1999: Lebt und malt in Neuseeland. Arbeitet an Architekturprojekten im japanischen Sludge Center, Osaka, Die grüne Zitadelle von Magdeburg und den Bahnhof Uelzen. Mitarbeit am Bau der von ihm umgestalteten Kawakawa Public Toilet, Neuseeland.

2000: Am 19. Februar stirbt Friedensreich Hundertwasser an Bord der Queen Elizabeth II auf der Rückreise von Neuseeland an Herzversagen. Er wird auf seinem Land in Neuseeland unter einem Tulip Tree, nackt und in eine Fahne gehüllt, begraben.

Werke

Werk, allgemein

Dokumente

News

Publikationen

Newsletter-Anmeldung

Enquiry